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Predigt in der Christmette: „Die Geburt Christi ist das Zeichen für Gottes Ja zur Welt“:Erzbischof Gössl: „Weihnachten ist keine weltfremde Idylle“

Christmette mit Erzbischof Gössl im Bamberger Dom
Datum:
Veröffentlicht: 25.12.25
Von:
hal

Bamberg. Die Friedensbotschaft der Heiligen Nacht ist nach Worten von Erzbischof Herwig Gössl keine Blindheit vor der Realität und kein übertriebener Optimismus. „Weihnachten sagt uns alle Jahre wieder, dass Gott diese Menschheit nicht aufgegeben hat, trotz aller Unvernunft und Widersprüchlichkeit im Verhalten, trotz der Neigung zur Gewalt, die dem Frieden so oft im Weg steht“, sagte Gössl in seiner Weihnachtspredigt im Bamberger Dom.

Der Erzbischof stellte die Frage, warum es der Menschheit so schwerfalle, Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt zu regeln. Offensichtlich schlummere im Menschen eine Neigung zur Eskalation, die dann erwache, wenn man sich bedroht oder ungerecht behandelt fühle. Diese Mechanismen zeigten sich nicht nur im Krieg, sondern auch in den sozialen Netzwerken, wo Empörung, Feindbilder und gegenseitige Schuldzuweisungen viele Debatten prägten.

Dem setzte Erzbischof Gössl die biblische Friedensbotschaft entgegen. Der Prophet Jesaja spreche von der Sehnsucht nach Frieden, verschweige aber auch nicht die Trümmer und das Leid in der Stadt Jerusalem, die dem Frieden vorausgingen. Auch Weihnachten sei keine weltfremde Idylle. „Das Evangelium redet sehr klar von der Finsternis in dieser Welt“, sagte Gössl. Zugleich verkünde es, dass ein Licht in dieser Finsternis leuchte und Orientierung sowie Hoffnung gebe.

Die Weihnachtsbotschaft versteht der Erzbischof als Hoffnungszeichen und Auftrag zugleich. Sie zeige, wie die Welt nach Gottes Willen sein könne, und ermutige dazu, Gewalt zu deeskalieren und aktiv zum Frieden beizutragen. Weil Gott die Menschheit trotz Krieg, Hass und Konflikten nicht aufgebe, dürften auch Menschen einander nicht aufgeben – weder in Kriegs- und Krisengebieten noch in digitalen Auseinandersetzungen oder im privaten Alltag. Auch wenn Friedensarbeit oft wie ein schwaches Licht erscheine, bleibe sie wirksam. Die Geburt Christi sei das Zeichen für Gottes Ja zur Welt „Es ermutigt uns, auch selbst zu den Mitmenschen Ja zu sagen“, so Gössl.

Die Christmette am Heiligabend um 22.30 Uhr und der Festgottesdienst am 25. Dezember um 9.30 Uhr werden im Livestream auf www.youtube.com/erzbistumbamberg übertragen.

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