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Erzbischof Gössl: Das Christkönigsfest ermutigt in Zeiten großer Herausforderungen:„Kirche hat Zukunft und einen Platz auch im Leben der Menschen heute“

Christkönigsfest
Datum:
Veröffentlicht: 23.11.25
Von:
mai

Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl hat das Christkönigsfest als Zeichen der Hoffnung und Ermutigung in herausfordernden Zeiten bezeichnet. „Das Festhalten jedoch an dem, der für gescheitert erklärt und am Kreuz verspottet wurde – das markiert die Herrschaft Christi.“

In seiner Predigt am Sonntag im Bamberger Dom führte Gössl aus: „Wir sind in vielfacher Hinsicht in einer kritischen Lage und ich kann gut verstehen, wenn Menschen von Furcht und Sorgen geplagt werden“. Der Ausspruch „Rette dich selbst“, mit dem Jesus im Evangelium am Kreuz hängend verspottet wird, gelte heute auch als durchaus nachvollziehbarer Rat, der dem Selbsterhaltungstrieb entspräche. „Wo aber jeder nur noch versucht, sich selbst zu retten, da können die wirklich großen Herausforderungen der Menschheit nicht wirksam angegangen werden“, betonte der Bamberger Erzbischof. Dazu gehöre der Klimawandel genauso wie die wachsende Ungerechtigkeit, die ganze Gesellschaften spalte.

Zu einem guten Weg in die Zukunft sei unbedingt der Blick nach oben, die Dimension des Glaubens, das Vertrauen in die Hilfe von Gott wichtig, zeigte sich Herwig Gössl überzeugt. „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“ – so bittet der Verbrecher, der neben Jesus gekreuzigt wurde. Man könne seine Worte auch als Gebet verstehen, erläuterte Gössl: Rette du mich! „Mitten im Geschehen der Kreuzigung, der Schmerzen und Verspottung, wendet sich einer der Verbrecher an den Mit-Hingerichteten Jesus und schaut voller Vertrauen in die Zukunft.“ Und Jesus gebe ihm Hoffnung: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!“.

„Ja, Kirche hat Zukunft und einen Platz auch im Leben der Menschen heute“, sagte Erzbischof Gössl und fügte hinzu: „Wenn sie auf Jesus, den Gekreuzigten schaut und in ihm den lebendigen Gott erkennt und bekennt.“

Das Fest am letzten Sonntag des Kirchenjahres wurde 1925 von Papst Pius XI. nach dem Ersten Weltkrieg und vor Beginn der Nazi-Diktatur in Zeiten des Umbruchs und politischer Verunsicherung eingeführt.