„Lesende Menschen sind glücklicher“

Bamberg. Unter Schirmherrschaft von Erzbischof Herwig Gössl ist das zehnte Bamberger Literaturfestival eröffnet worden. Bis 4. Juni sind zahlreiche regionale und internationale Autorinnen und Autorinnen zu hören. Der St. Michaelsbund präsentiert wieder ein hochwertiges Kinderprogramm.
Erzbischof Gössl betonte bei der Eröffnungsveranstaltung in einem Bamberger Autohaus die Bedeutung von Büchern: „Lesen ist eine eigene Art des Zugangs zu Menschen.“ Wer lese, versetze sich in andere Menschen hinein und erweitere auf diese Weise sein Verständnis für andere. „Es passiert etwas mit dem Lesenden, wenn er ein Buch liest.“ Das sei nicht nur für Kinder wichtig. Er selbst, so Gössl, sei schon als Kind von Büchern fasziniert gewesen – nicht nur von der Bibel, sondern auch von den Erzählungen von Karl May und den Gedichten von Schiller.
Auch Oberbürgermeister Andreas Starke sagte, dass Kinder und Jugendliche nicht früh genug an Bücher herangeführt werden könnten. Er nannte das „Bamlit“ eine Bereicherung für die ganze Region. Und Landrat Johann Kalb ergänzte: Das Festival sei mit einem Budget von 350.000 Euro dank zahlreicher Sponsoren so erfolgreich wie nie zuvor.
Die Poetin und Direktorin des Künstlerhauses Villa Concordia, Nora Gomringer, sprach in ihrer Festrede von einem „Füllhorn der Lesungen“, das über die Region ausgeschüttet werde. Die kulturelle Praxis des Lesens lasse den Menschen reifen und das Gehirn erfolgreich arbeiten. „Wissenschaft und Theologie profitieren von lesenden Menschen“, sagte sie und fügte hinzu: „Lesende Menschen sind glücklicher.“ Auch Papst Franziskus habe verschiedene Ratschläge zur Lektüre gegeben und dazu aufgerufen, Geschichten miteinander zu teilen über Generationen hinweg.
Stadtmarketing-Chef Klaus Stieringer erzählte von einem langen Abend bis in den frühen Morgen mit dem Papst-Biografen und Vatikan-Kenner Andreas Englisch. „Danach hatte ich ein viel besseres Verhältnis zur katholischen Kirche“, so Stieringer.
Diözesanbibliothekarin Melanie Dirauf stellte zusammen mit Judith von Loeffelholz vom Magellan-Verlag das Kinderprogramm mit 40 Lesungen vom 7. Mai bis 4. Juni vor: Bekannte Kinderbuchautorinnen und –autoren von Paul Maar über Suza Kolb und Katja Brandis bis Cornelia Funke stellen an Schulen sowie in öffentlichen Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Teams der Büchereien ihre Bücher vor. 3000 Kinder werden so erreicht und fürs Lesen interessiert. Für den Podcast „Books@Bamberg“ sind für dieses Jahr zehn neue Folgen geplant.
Bei den über 60 Lesungen für Erwachsene besteht die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit Joachim Gauck, Arno Strobel, Denis Scheck, Volker Kutscher, Willy Astor, Tanja Kinkel, Fritz Egner, Klaus Augenthaler, Schwester Teresa Zukic, Martin Sonneborn, Constantin Schreiber, Friedrich Ani und vielen anderen. Das komplette Programm ist auf www.bamlit.de zu finden.
Die Geschichte des „Bamlit“ begann 2015 mit einem Impuls des Bamberger Kinderbuchautors Paul Maar. Seit 2016 wird es jährlich im Landkreis Bamberg veranstaltet.