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Erzbischof Gössl: Jungen Menschen helfen, über sich hinauszuwachsen

Erzbischof Herwig Gössl sowie die Ausbilder und Mitarbeiter der Hauptabteilung Schule freuten sich mit den Studienreferendarinnen und -referendaren über die Missio Canonica.
Datum:
Veröffentlicht: 14.7.26
Von:
Christiane Dillig

Missio Canonica für 13 Referendarinnen und Referendare an Gymnasien und Förderschulen

Bamberg. Erzbischof Herwig Gössl hat fünf Studienreferendarinnen und -referendaren des Nürnberger Neuen Gymnasiums sowie acht Referendarinnen und Referendaren an Förderschulen die Missio Canonica erteilt, die kirchliche Erlaubnis, das Fach Religion zu unterrichten. Für den Gottesdienst, in dessen Rahmen sie gesandt wurden, hatten sich die zukünftigen Lehrer das Motto „Wurzeln schlagen und über sich hinauswachsen“ gewählt. Gössl ermutigte sie, sich immer wieder die Botschaft der Heiligen Schrift in Erinnerung zu rufen, die mitunter kompliziert sei, aber zum Denken und Handeln aufrufe. „Mit der Verwurzelung im Glauben an Gott können Sie immer wieder über sich selbst hinauswachsen und hineinwachsen in die komplizierte und verlockende Welt Gottes. Und sie können jungen Menschen durch Ihr Vorbild dabei helfen, ebenfalls über sich selbst hinauszuwachsen.“

Verwandte, Ausbilder und Wegbegleiter waren zur Eucharistiefeier in die Kapelle des Bistumshauses St. Otto gekommen. Dort erinnerten die Referendare an verschiedene Stationen ihrer Ausbildungszeit.

Junge Menschen mit der Botschaft vom Reich Gottes in Berührung bringen

Das Wort Gottes, das zu verkünden die Referendare in die Schulen gesandt seien, sei oft schwierig, stoße auf Widerspruch und auch auf Ablehnung, weil es unsere Ordnungen und Vorstellungen hinterfrage, sagte Gössl. Wenn ein Mensch jedoch davon berührt werde, dann werde diese Botschaft Auswirkungen in seinem Leben haben. Dann werde deutlich, dass etwa eigene begrenzte Vorstellungen von Gerechtigkeit, die zu Neid und Missgunst, zur Abwertung des anderen, zu Unversöhnlichkeit und Hass führen können, einer anderen Vorstellung von Gerechtigkeit gegenüberstehen. Es sei wichtig, sich als glaubender Mensch immer wieder auf die Ordnung Gottes zu besinnen und das eigene Leben danach auszurichten. Umkehr sei ein lebenslanger Prozess.

Religionslehrer dürfen nach den Worten des Erzbischofs junge Menschen mit der wertvollen und lebensnotwendigen Botschaft vom Reich Gottes in Berührung bringen. Sie hinterfrage immer wieder unsere fest gefügten Vorstellungen von Gerechtigkeit und Verdienst. Im Unterricht sollten junge Menschen erfahren, wie wichtig es ist, nicht alles gegeneinander aufzurechnen, sondern großzügig zu sein im Verzeihen, „weil sich nur so menschliche Gemeinschaft, Gesellschaft, Staat und Kirche leben lassen“. Der Prophet Hosea spreche von einem Gott, der unendlich langen Atem habe und große Geduld mit den Menschen. Für Lehrerinnen und Lehrer wie für alle, die viel mit Menschen zu tun haben, sei dies eine hoffnungsvolle und bestärkende Perspektive.

Bezug zum Jahresmotto des Erzbistums

Am Ende des Gottesdienstes verwies der Leiter der Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht im Ordinariat, Alexander Pfister, auf das Jahresmotto des Erzbistums „Du bewegst die Welt - aus Glauben handeln“. Die Welt verändere sich, auch durch Menschen, die zuhören, die Mut machen, Haltung zeigen. Junge Menschen sehnten sich nach Echtheit und nach Vorbildern. So könnten die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer Menschen sein, die die Welt bewegen. Er ermutigte sie, Geduld zu haben und ihren Unterricht mit Herz zu gestalten. „Ihr Einsatz hat Bedeutung!“

Die Kollekte der Eucharistiefeier kommt der ambulanten Jugendhilfe des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Bamberg zugute. Sie unterstützt Familien, Eltern, Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche durch unterschiedliche Hilfen. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten Katrin Werner und Thomas Weiß übernommen.