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Besuch beim Bamberger Erzbischof Herwig Gössl:Father John – ein Gast aus Sambia in Franken

Erzbischof Herwig Gössl im Gespräch mit Father John Mansaya
Datum:
Veröffentlicht: 2.10.26
Von:
Katharina Grillmeyer

Nürnberg/Bamberg. Wie wirkt Nürnberg, wie wirkt Franken auf einen Besucher aus Afrika, der zum ersten Mal hier ist? Father John Mansaya aus Sambia macht gerade erste Erfahrungen mit Nürnberg und den Franken – und kommt zu teils überraschenden Erkenntnissen.

Sauber und so ruhig

Auf die Frage, was ihn in den ersten Momenten besonders überrascht habe, sagt er: „Es ist alles so gut organisiert und strukturiert. Die Straßen sind sehr sauber und vor allem so ruhig!“ Zuhause in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, sei der Autolärm stark, vor allem aber auch die Musik, die aus den unterschiedlichen Lautsprechern und Geschäften dröhne.

Aufgeschlossene Franken?

Entgegen der verbreiteten Meinung über die fränkische Zurückhaltung, berichtet der 52-jährige Pfarrer über die Offenheit der Menschen. Viele Nürnbergerinnen und Nürnberger würden offen auf ihn zugehen und mit ihm auf Englisch ins Gespräch kommen. Und – so ist sein für uns vielleicht überraschender Eindruck: „Hier bei euch nehmen sich die Menschen wahr. Auch die Reichen haben einen offenen Blick, wenn sie durch die Stadt gehen, und sehr oft wird man mindestens mit einem Kopfnicken gegrüßt. Arm und Reich, alle, die unterwegs sind, respektieren sich.“

Wer Nürnberg kennenlernen will, muss zum Club – ganz klar. Und Father John ist jetzt auch ein Club-Fan! Wer weiß, vielleicht trug er mit seinem euphorischen Jubel sogar zum Sieg des 1. FCN gegen Hannover bei?

Besuch beim Bamberger Erzbischof

In Begleitung von Siegfried Grillmeyer, Leiter der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH), stattete der Pfarrer aus Sambia dem Bamberger Erzbischof Herwig Gössl einen Besuch ab und traf auch dessen Vorgänger Ludwig Schick. Beim Mittagessen tauschte man sich über das Kennenlernen in Sambia vor über zehn Jahren und zu den Themen der Weltkirche aus. Und – Father John kam zu einer ganz profanen Erkenntnis, die so mancher Franke nicht teilen wird: „One Schäufele ist too big – it takes two people!“

Einladung durch Verein CECUP e.V.

Father John Mansaya ist seit ca. 20 Jahren partnerschaftlich mit dem Nürnberger Verein CECUP e.V. (Centre for Education and Culture of Peace – Initiative zur Förderung von Bildung und Frieden) verbunden, der sich für Sozialprojekte in Afrika einsetzt. Der Fokus des Vereins liegt auf dem Senegal, Ruanda und eben Sambia, wo rund 60 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. John vermittelt die Sozialhilfen des Vereins in Gemeinden im Bistum Monze im südlichen Sambia. Oft ist der Pfarrer dort gleichzeitig Lehrer, Sozialhelfer und Bezugsperson.

Vertreter des CECUP e.V. und der Akademie CPH, an die er angebunden ist, waren schon mehrfach im südlichen Afrika und haben die Projekte besucht. Auf Einladung des Vereins konnte nun auch Father John seine Projektpartner besuchen und über die Projekte und deren Erfolge berichten.

„Africa ist lost and forgotten“

Seit der Pandemie ist Nürnberg auch in seiner Gemeinde ein Begriff: „Ihr seid die Einzigen gewesen, die gefragt haben, wie es uns überhaupt geht in Coronazeiten. Man hatte das Gefühl, die ganze Welt habe Afrika und vor allem Sambia vergessen. Und da habt ihr nachgefragt und uns unterstützt.“ CECUP startete eine Spendenaktion und lieferte zum Beispiel dringend benötigte Hygieneartikel.

In Sambia beginnt nun der Sommer - eine intensive, heiße Trockenzeit, die das Land vor große Herausforderungen stellt. Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich zu spüren, vor allem die Landwirtschaft leidet darunter. Die Dürre im vergangenen Jahr ließ die Hälfte der Ernte verdorren. „Noch so ein Jahr wie das letzte, und wir werden die Hoffnung verlieren“ so Father John. Die staatliche Unterstützung ist sehr gering, auch die fehlende Unterstützung durch USAID ist deutlich zu spüren.

Wer helfen möchte, kann an CECUP e.V. spenden, um unter anderem Lebensmittel bereitzustellen, die mit der Hilfe von Father John verteilt werden. Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins unter www.cecup.de. 

Bereichernd für beide Seiten

Sowohl Father John als auch alle, die ihn kennenlernen oder wiedersehen durften, empfinden seinen Besuch, die Begegnung von Mensch zu Mensch als sehr bereichernd. Das Leben in Nürnberg und Umgebung durch seine Augen zu betrachten, lässt uns Wohlstandsmenschen manche Selbstverständlichkeit hinterfragen und reflektieren.

Für Spende

SPENDENKONTO CECUP e.V.
Liga Bank Regensburg / Stichwort: „Sambia"
IBAN: DE27 7509 0300 0005 1006 74
BIC: GENODEF1M0