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Erzbischof Gössl feierte das Dreihostienfest im Kloster Andechs:„Jesus Christus ist das Lebens-Mittel“

Datum:
Veröffentlicht: 28.9.26
Von:
Martin Glaab

Andechs. Beim Dreihostienfest am Sonntag im Kloster Andechs hat der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sehr persönlich für die Eucharistie geworben. In seiner Predigt sagte er: „Jesus Christus in der heiligen Eucharistie empfangen heißt: schon etwas schmecken von dem Leben, das uns einmal erwartet, das uns aber auch jetzt schon umfängt und trägt. Im kleinen, bescheidenen Zeichen des Brotes tut sich der Himmel auf, kommen wir in Verbindung mit der Fülle des Lebens, die nur Gott uns schenken kann.“

Mitte der 1970er Jahre war der heutige Bamberger Erzbischof zum ersten Mal nach Andechs auf den Heiligen Berg gekommen, zusammen mit seinem Bruder, seinen Eltern und seinem Großvater. Woran er sich sehr gut erinnern könne, sei zum einen die Geschichte von der Maus gewesen, die 1388 half, den zuvor verlorengegangenen Reliquienschatz wiederzuentdecken; und zum anderen der obere Hochaltar auf der Balustrade. So etwas habe er noch in keiner Kirche gesehen. Beide Eindrücke seien für ihn prägend gewesen, so Gössl: die kleine Maus und der hoch erhabene Altar. Und weiter der Erzbischof: „Beides findet im Geheimnis der Eucharistie zusammen. Es gibt nichts, was für Gott zu unbedeutend wäre, nur auf ihn hinzuweisen. Und es gibt nichts, was erhabener und großartiger wäre als dieses Geschenk seiner Gegenwart in der Gestalt des Brotes.“ Gott behalte so den Wert des Kleinen im Blick und lehre uns, mit seinen Augen auf diese Welt zu schauen und ihre Kostbarkeit im Schlichten und Einfachen wahrzunehmen.

Vergangenheit und Zukunft verbunden

Die Eucharistie lenke aber den Blick aber nicht nur zurück auf die Kindertage und die seither verflossenen Jahre, so Erzbischof Gössl. Sie lasse uns auch nach vorne blicken – hinein in die unendliche Weite der Ewigkeit Gottes. Dafür stehe für Gössl der wunderbare Raum der Wallfahrtskirche mit ihrem eindrucksvollen Hochaltar: „Jesus nennt sich im Evangelium das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist und das uns ewiges Leben vermittelt. Jesus Christus ist das Lebensmittel schlechthin.“

Mit diesem Lebens-Mittel könne sich auch die Erwartung an das irdische Leben relativieren. Man müsse dann aus der begrenzten Lebenszeit mehr alles rausholen, was geht; und man müsse auch nicht maßlos werden und unzufrieden mit dem Erreichten sein. Der Erzbischof weiter: „Die große Unzufriedenheit, die wir in unserem doch sehr wohlhabenden Land immer deutlicher wahrnehmen, hat in meinen Augen viel damit zu tun, dass immer mehr Menschen die Dimension des ewigen Lebens bei Gott abhandenkommt. Der Glaube an den auferstandenen Herrn Jesus Christus schenkt auch unserem irdischen Leben einen ungeheuren Mehrwert. Er öffnet uns eine Dimension von Leben, von Liebe und Geborgenheit, von Freude und Zuversicht, die durch keinen innerweltlichen Besitz und auch durch keine menschlich-begrenzte Beziehung zu erreichen ist.“

Der Bamberger Erzbischof ist überzeugt, dass in der Feier der Eucharistie die Wandlung dieser Welt anfange, „weil sie uns aufs Engste mit Jesus Christus verbindet“. In der Feier der Eucharistie würden (…) Vergangenheit und Zukunft in die Gegenwart hereingeholt. Die Verehrung der drei Hostien aus unterschiedlichen Epochen der Geschichte mache das deutlich. „Im Kern aber geht es bei alldem immer um die Gegenwart des Einen, der uns mit der Fülle des ewigen Lebens beschenken will.“

Eines der ältesten Kirchenfeste auf den Heiligen Berg

Mehrere hundert Menschen waren zu einem der ältesten Andechser Kirchenfeste auf den Heiligen Berg gekommen. Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine nahmen am Festgottesdienst und der anschließenden Prozession ebenso teil wie Stefan Frey, Landrat des Landkreises Starnberg und der Andechser Bürgermeister, Georg Scheitz. Mit der Dreihostienmonstranz führte die Prozession nach dem Gottesdienst rund um die Wallfahrtskirche. Dies war einer der wenigen Tage im Jahr, wo die rund zehn Kilogramm schwere Monstranz in feierlicher Prozession die Heilige Kapelle der Wallfahrtskirche zu einer Prozession verlässt. Zwei Altäre – unterhalb des Klosterladens und in der Nähe der Alten Apotheke – waren Stationen auf dem Weg, bevor der sakramentale Segen in der Wallfahrtskirche den Abschluss bildete.